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Jahrestagung der Nationalökonomischen Gesellschaft

16.05.02 / Wien / WKÖ

Im Rahmen der Jahrestagung der Nationalökonomischen Gesellschaft diskutierten unter der Moderation von Dipl.Ing. Rudolf Bauer, Prof. Hardy Hanappi (TU Wien), Hr. Hanslik-Kupta (Telekom Austria) und Mag. Peter Parycek (Donau-Universität Krems) über "New Economy".

Um den unterschiedlichen Definitionen dieses Begriffes Rechnung zu tragend, wurde vor allem versucht zu klären, ob die einzelnen Diskussionsteilnehmer darunter v.a.:
  • die Informationswirtschaft im Sinne von Produktion und Nachfrage nach Information?
  • die herkömmliche Wirtschaft, die durch Nutzung der neuen Informations- und Telekommunikationstechnologien transformiert wird?
  • die neuen Märkte, die durch Liberalisierung und Globalisierung charakterisiert sind?
verstanden.

Nach Auffassung von Prof. Hanappi ist unter New Economy vor allem die Informationswirtschaft zu verstehen, deren durchschlagender Erfolg vor allem von der effektiven Nachfrage nach Information abhängt.

Dina Kelly (Univ. of Michigan) führte in ihrer Wortmeldung aus, dass die gegenwärtige Rechtslage (Intellectual Property Rights) dazu führt, dass die Informationswirtschaft in ihrem Wachstum eher eingeschränkt wird.

Mag. Parycek argumentierte dazu, dass man unter New Economy vor allem die durch die Nutzung des Internet induzierte neue Dynamik (B2B, e-Economy) im traditionellen Bereich verstehe.

Gelten nach wie vor die Gesetze der Wirtschaftswissenschaften - Konjunkturzyklen, abnehmender Grenznutzen, usw. -, oder brauchen wir eine neue Theorie um die Phänomene der New Economy zu erklären?

Zum Thema Konjunkturzyklen wurde allgemein konstatiert, dass es diese auch in einer wie immer gearteten New Economy geben wird, da diese eine notwendige Korrektur fehlgeleiteter Entwicklungen (Überangebot, Überkapazitäten) darstellen und somit als Lernprozess verstanden werden können. Allein die gegenwärtige Rezession dürfte sehr wenig Ähnlichkeit (Dauer) mit früheren Konjunkturzyklen haben.

Das Phänomen des zunehmenden Grenznutzens, das sich vor allem in Netzwerkstrukturen manifestiert, kann insofern als New Economy Phänomen betrachtet werden, als Netzwerkstrukturen vor allem in neuen Technologiebereichen - Telefonie, Anwendungssoftware, usw. - auftreten.